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Caldeplatz

Der Caldeplatz

Bernhard von Calden

bei der Einweihung des Caldeplatzes

Im Rahmen der 900 Jahrfeier wurde am 29.08.2007 ab 18:00 Uhr der im Frühjahr fertiggestellte Caldeplatz offiziell eingeweiht. Der Platz soll an die Zeit erinnern als das Wasser noch über die Wilhelmsthaler Straße lief und es als Tränke benutzt wurde. Heute spielen dort die Kinder und erfahren wie man Geschichte erhalten und darstellen kann.
Als Bernhard von Calden habe ich einen kleinen Abriss über die Geschichte der Calde vorgetragen, den Ihr hier nachlesen könnt.

 

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Die Calde früher

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Die Calde am Caldeplatz

Der Caldeplatz

Gestern und Heute

In Calden wurden in alten Schriften 3 Beeken (Bäche) genannt, die allerdings in Kalden Becken heißen:
den Heulbeck, den Holzbeck und den Suderbeck.

Auch in den alten Karten und Geschichtswerken finden wir die Bezeichnung Heulbecke. So liegt nach Heßler (Hessische Landes- u. Volkskunde) Kalden an der unteren Heulbecke, die sich in Burguffeln mit der Esse vereinigt. Für den hochdeutschen Namen "der Bach" sagt man im Niederdeutschen "die Beeke", bei uns und in einigen anderen niedersächsischen Dörfern heißt es aber "der Beck". In Kalden ist der Name Heulbeck nicht bekannt. Unser Dorfbach wird Calde genannt. Auch dieser Name ist kaum gebräuchlich und wahrscheinlich erst kurz vor 1900 aufgekommen. Jung und alt sagt hier "das Wasser", und die Häuser "Am Wasser" (det woater, wie im Englischen).

 

Der Heulbrunnen

Wohl aber kannten die Alten den Namen Heulbrunnen (Hüülbarren) für die oberste Kaldequelle. Nur in den trockensten Jahren versiegte sie (1893, 1911, 1947). Dann hatten die Kaldener Grund zum Hüülen. So erklärten die Vorfahren auf volkstümliche Art den Namen. Heulbrunnen heißt diese Quelle auch in einer Karte aus 1835. In der Kataster - Vorbeschreibung von 1779 heißt es: „Mitten durch das Dorf fließt ein Bach, so über der so genannten alten Teichwiese im Heulbrunnen entspring".

Die „Grund", in der die Caldequellen liegen, heißt in ihrem obersten (südlichen) Teil "Meimbresser Grund". Merkwürdig ist auch dieser Name; denn wenn wir in der Richtung der "Grund" fortgehen, kommen wir nach Fürstenwald, aber nicht nach Meimbressen. 1634 hieß sie "Meiwesgrund" (beym Brackweg), nach einem Kaldener Einwohner Hans Meiwes, der auch 1634 genannt wird. Aus Meiwes- ist Meimes-, dann Meimesche und zuletzt Meimbresser Grund geworden. Für Meimbressen sagen wir ja Meimesen.

Die Wiesen, die die Kalde nach dem Austritt aus dem Alten Teich durchfließt, heißen die Schleifwiesen (Schliipwesen). Nachdem unser Bach die "Furt" in der Verlängerung von Krugs "Tweddecke" überquert hatte, wurde er schon wieder gestaut, im "Kalder Teich oder Tränketeich". An diesem Teich lag das Haus Nr. 13 (jetzt Nr. 83), das um 1768 Johannes Sostmann gehörte (geb. 10.6.1743, gest. 19.10.1817). Er und seine Nachkommen haben nach diesem Tränketeich den Beinamen "Tränke-Johannes" erhalten, der im Laufe der Zeit zu "Dränjehannes" geworden ist.

Die Fülle

Die Fülle

Von Rüppels Haus an war bei jedem Haus am Wasser eine "Fülle", eine vertiefte Stelle im Bach, aus der das Trinkwasser für Menschen und Vieh gefüllt wurde. Vor "Hannbäärens" Haus (Name von Johann Bernd Hentze, geb. 27.4.1731) und Wetzels Haus (Märtens, von Martin) floss das Wasser über den Weg, und alle Wagen mussten anhalten; denn Pferde und Kühe stillten hier den Durst oder legten eine Ruhepause ein.

Kurt Kanngießer schreibt in seiner „kleinen Dorfchronik“:
„Wenn ich mir dieses Bild ansehe, werde ich etwas wehmütig. Dieses Bächlein war damals für uns Kinder ein hervorragender Spielplatz. Die Calde war nicht nur für die Kinder, Enten und Gänse ideal, sie wurde auch Landwirtschaftlich genutzt. Die Bauern, egal ob Ziegen, Kuh- oder Pferdebauer, nutzte das Wasser zum tränken ihrer Tiere. So finden wir die Ortsbezeichnung „an der Tränke“ heute noch.

 

Die Nutzung

Als die Calde

über die Wilhelmsthalerstr. lief

Dieser Teil der Wilhelmsthaler Straße wurde früher „Oberste Gasse“ bezeichnet. (So hieß die Wilhelmsthaler Straße von der Kirche bis zum Ausgang des Dorfes noch 1779.)
Die Landwirte, die Milch an die Molkereien lieferten, nutzten das kalte Wasser der Calde zum Kühlen.
(Die Kannen wurden in den Bach gestellt.)
In trockenen Jahren wurde das Wasser auch zum Gießen von Pflanzen genutzt. Doch in ganz trockenen Jahren versiegte auch das Wasser der Calde. Dann waren die Dorfbrunnen oder das Wasser aus der Quelle am Glockenbrunnen die einzige Rettung. Der Glockenbrunnen ist – soweit bekannt – noch niemals ausgetrocknet.
Die Heulbeeke, (Heulbrunnen) trennte das Ober- vom Unterdorf,

 

Die Calde

Das "Woterhüseken"

Die ehemalige Pumpenstation

1900 wird sie in Calde umbenannt,
1910 begannen die Planungen und Arbeiten zum Bau einer zentralen Wasserversorgung in Calden. Im „ollen Dieke“ (alten Teich) wurde ein Brunnen gegraben und eingefasst. Von dort wurde das Wasser zur Pumpenstation geleitet (Woterhüseken). Es stand dort wo heute die Apotheke steht. Von dort wurde das Wasser zum Hochbehälter gepumpt, „Am Hals“ vor dem Lindenrondell, wo es auch heute noch steht. Nachdem nunmehr das Trinkwasser aus den Wasserhähnen strömte, wurden die Hausbrunnen überflüssig und zum Teil zugeschüttet. Hierzu muss man sagen, dass das Wasser nach starken Regengüssen etwas bräunlich aussah und auch so schmeckte. Hin und wieder fand man sogar kleine Tierchen im Trinkwasser. So ist es tatsächlich geschehen, dass die Wasserleitung vor der Gastwirtschaft Lampe aufgegraben werden musste, weil ein Wiesel in der Leitung steckte und diese versperrten.
1965 wird die Calde Kanalisiert,
Bis ca. 1950 betrug das Wassergeld 50 DM im Jahr!!!

Lang, Lang ist es her.