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Ehrsten

Kirchenblick

Ehrsten liegt am Hainbach im flachen Talgrund der Nebelbeeke. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort in den Akten der Klöster Fulda und Corvey zwischen 802 und 817 als Herste. Der Ortsname läßt sich auf eine Gründung bereits im frühen Mittelalter schließen, vermutlich um 500. Ein Flurname "Der Frankenteich" deutet auf fränkische Einflußnahme im 8. und 9. Jh. hin.
937 kämpfte der Gaugraf Eberhard von Hessen gegen die von Kaiser Otto dem Großen unterstützten Sachsen. Nachdem Eberhard gefallen war, verschenkte Otto der Große viele der bislang in fränkischer Hand gewesenen Güter. Der spätere Sachsenherzog Hermann Billung erhielt zum Beispiel Sitz und Herrschaft in Ehrsten. Bereits 952 tauschte Otto der Große Ehrsten wieder ein und überließ den Besitz ein Jahr später dem Moritzkloster in Naumburg.

 

1010 wurde von Heinrich II. der Hof Ehrsten dem Domkapitell in Magdeburg überschrieben. Die nachfolgende Zeit war gekennzeichnet durch häufigen Wechsel der Herrenrechte. So gehörte Ehrsten abwechselnd auch den sächsischen Grafen, den fränkischen Grafen, den Bischöfen von Paderborn und dem Mainzer Erzbischof.
Der Bau der Schadenburg im hohen Mittelalter beruhigte die politischen Wechsel um Ehrsten. 1294 verpfändeten die v. Schadenberg den Ort an Hessen. Bis zu ihrem Aussterben 1385 behielten sie sich jedoch das Gericht vor.

 

Die Kirche St. Marien war bis 1361 Filialkirche von Meimbressen. Das Kirchenpatronat besaßen die von Schadenberg gemeinsam mit dem Kloster Kaufungen. Danach war Ehrsten selbständige Pfarrei des Archidiakonats Hofgeismar, das Patronat hatten die v. Schadenberg und seit 1388 die v. d. Malsburg inne.
Im ältesten Teil der Ortschaft befindet sich auf einem Karree die Kirche. Von der spätgotischen Kirche ist lediglich der Chorturm mit Maßwerkfenstern aus der 2. Hälfte des 15. Jh. erhalten. Unmittelbar neben der Kirche befindet sich das 1834 erbaute Pfarrhaus. Der Friedhof, vermutlich unmittelbar um die Kirche angesiedelt, wurde im 18. Jh. an den Südrand des Ortes verlegt.