Calden

Calden liegt in einer flachen Niederung am Suderbach. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als Caldun in dem ältesten Helmarshäuser Register im frühen 12. Jh. Danach gehörten in Calden fünfeinhalb Hufen dem Kloster. 1183 bis 1190 erwarb auch der Mainzer Erzbischof Conrad im Ort ein Gut. Im 13. Jh. wurden hier freie Bauern ansässig. So ist z.B. ein Geschlecht derer von Calden in der 2. H. des 13. Jh. nachweisbar. Das mainzische Dorf wurde 1303 an Graf Otto v. Waldeck verpfändet. 1313 löste man die Jurisdiktion wieder ein. 1315 übertrug man den Ort u. a. an den Ritter Rabe von Canenberg. 1358 geriet es als Pfand an Heinrich v. Hahnstein.


Dorfidylle

Das seit dem hohen Mittelalter in Calden angesiedelte Gaugericht wurde 1384 mit dem in Hofgeismar vereint. Um 1400 plünderten der hessische Landgraf, Otto von Braunschweig und Göttinger Bürger das Dorf. In der Folgezeit geriet es allmählich immer mehr unter hessische Oberhoheit. Erst 1383 wurde das Pfandrecht des hessischen Landgrafen vom Erzbischof in erblichen Besitz umgewandelt.


Wilhelmsthalerstr. mit Johannes Kirche

Schon in der frühen Neuzeit hatte der Ort eine beachtliche Größe. So gab es 1585 bereits 74 Haushalte. Deren Zahl wuchs bis 1747 auf 94 Haushalte an. Bis 1895 wuchs die Einwohnerzahl auf 1086. Aus der frühen Zeit der Ortschaft sind keine Gebäude mehr erhalten. Die wenigen älteren stammen aus dem 17. Jh., die meisten wurden erst im 18. und 19. Jh. gebaut. Zentraler Platz im Ort muß jedoch von jeher die Kirche gewesen sein, die exponiert an der Holländischen Straße gegenüber der Einmündung der Wilhelmsthaler Straße im Ort steht. Die ersten Gebäude des Dorfes müssen im Bereich der Kirche angesiedelt gewesen sein. Schon vor dem 30jährigen Krieg hat die Ortschaft eine beachtliche Größe erreicht und expandierte entlang der Holländischen Straße und nach Süden entlang der Wilhelmsthaler und der Mittelstraße.


Inschrift "Alte Schmiede"

Die Wirtschaftsstruktur der Zeit um 1800 war durch viele Nebenerwerbslandwirte gekennzeichnet. Daneben bestanden weiter Verpflichtungen zu Herrschafts- und Gemeindediensten. Die Zehntscheune bestand bis in das 19. Jh. Durch das Rodungsverbot war nach 1850 eine Vergrößerung der Feldflur nicht mehr möglich. Dadurch wanderten viele Ortsansässige aus. Die größeren Bauernstellen wurden immer weniger. Vor allem seit der Einrichtung der Bahnstrecke von Kassel nach Hofgeismar eröffneten sich neue Verdienstmöglichkeiten für die Bewohner in dem nahe gelegenen Kassel.
Heute wird vor allem die Wilhelmsthaler Straße durch große Bauernhöfe, die meist aus traufständigen Bäuerlichen Einhäusern in der Form des Flurquerdielenhauses bzw. Querdielenhauses bestehen, geprägt. In dem zwischen Wilhelmsthaler Straße und Holländischer Straße abgegrenzten Bereich befinden sich hauptsächlich kleinbäuerliche Nebenerwerbsstellen, Tagelöhnerhäuser und Handwerkshäuser. Die Holländische Straße hat durch ihre dichte Bebauung bereits eine städtische Prägung erhalten. Daneben besitzt Calden noch eine beachtliche Anzahl handwerklich qualitätvoller Fachwerkgebäude, die z.T. bis ins 17 Jh. zurückreichen, die Zeit nach dem Brand von 1672, dem 25 Häuser zum Opfer fielen


Johanneskirche

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